Die Presse SCHAUFENSTER 28.11.2008

Dienstag, 3. Februar 2009

Edelverpacker

In einem kleinen oberösterreichischen Ort werden Geschenkboxen so gepackt, dass auch Thomas Bernhard seine Freude gehabt hätte. kulinarische Geschenkspezialisten ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Esser, Trinker und Kulinariksüchtige mit österreichischem Background stellen sich die Werkstatt des Weihnachtsmannes so vor: In einem Vierkanter auf dem verschneiten oberösterreichischen Land sind fleißige Helfer damit beschäftigt, österreichische und europäische Delikatessen in kleine und große Edelboxen und Kisten zu schlichten und zu verpacken. Die gehen dann direkt zu glücklichen Empfängern. Per Lkw, nicht mit Rentieren. Die könnten man ja vielleicht auch essen.
Im Ernst: Dass ausgerechnet aus dem kleinen Oftering die in Sachen Design und Ästhetik schönsten und angesagtesten Geschenkboxen kommen, hat laut Chefin Brigitta Zettl mehrere Gründe: Erstens kehrte sie einfach aus Wien nach OÖ zurück, zog nach Oftering zu Ihrem damaligen Mann, Chef eines bekannten Delikatessenhandels für Restaurants. Zettls eigene Geschichte: Man schreibt das Jahr 1988, die Wirtschaft floriert. Außerdem ist Räucherlachs gerade in Mode, wer genug verdient, zahlt gerne gutes Geld für die Delikatesse. Frau Zettl hat eine Idee: In einem Wirtschaftsmagazin stand doch vor kurzem die Liste der 500 reichsten Österreicher. Diese schreibt/telefoniert sie der Reihe nach an und fragt die Herren (und ein paar Damen), ob sie nicht gerne einen Räucherlachs kaufen möchten. Viele sagen zu, und so startet der Zettl-Versandhandel Weihnachten 1988 - in der Garage. Dass Zettl mit ihrem Unternehmer grafisch-ästhetisches Neuland betrat, war ebenfalls fast Zufall: Als sie in ihrer eigenen Nicht-mehr-ganz-Jugendzeit die Bar namens Flieger in der Schleifmühlgasse führte, waren unter den Gästen auch kreative Werber, sowohl Texter als auch Grafiker wie Rosa Haider, die heute Creativ Director ist, und Sigi Mayer ...

Geschrieben von brigitta in Pressestimmen um 15:16 | Kommentare(0 comments)